
Wie war das denn im Frühjahr 1948? Fußball war in Wechmar absolutes Neuland, Turnen gab es schon seit 1866, Kunstradfahren, Radball, Kegeln, Tischtennis kamen hinzu und nun Fußball.Also musste ein Sportplatz gebaut werden. Er war von Anfang an dort an der Autobahn, auf der ehemaligen Schützenwiese, wo er heute noch ist. Viel kleiner noch als heute wurde er im Laufe der Jahre zweimal erweitert.Zum Umkleiden diente eine alte Reichsarbeitsdienstbaracke. Die Fußballer erhielten seit der ersten Stunde vom Gemeindeamt Wechmar Hilfe und Unterstützung und so ist es geblieben. In der Anfangszeit halfen vor allem die Bürgermeister Otto Herrmann und Oscar König. So startete das erste Spiel der SG „Fortuna“ Wechmar am 10. April 1948. In der Männermannschaft der ersten Stunde wirkten u.a. mit Toni Richter, Kurt Greiner, Heinz Papst, Werner Schmidt, Edgar Hastolz, Gerald Schneider, Peter Hingel, Kurt John, Helmut Rath, Erich Eberhardt, Nikolaus Pflanzer und Richard Hecker. Männer wie Willi Wolfram, Fritz Hanisch, Helmuth Rath und Richard Hecker standen an der Spitze der ersten Leitung. Letzterer war es übrigens auch, der im November 1948 mit dem Aufbau der ersten Jugendmannschaft begann. Viel mehr Zuschauer als heute stürmten auf den Sportplatz und feuerten ihre Fußballer an. Diese waren gekleidet in grünen Hosen, dem einzigen einheitlichen Kleidungsstück und weißen Hemden, jeder nach seinen privaten Möglichkeiten und Strümpfen aus dem eigenen Kleiderschrank. Einige trugen Holzschuhe, andere Fußballschuhe aus der Vorkriegszeit, teilweise durch Tauschgeschäfte z.B. gegen Getreide oder Mehl erworben.
Ein Merkmal, der Zusammenhalt, zeichnete den Wechmarer Fußball immer aus.
Wenn in den ersten Jahren nach dem Krieg in Wechmar Feste gefeiert wurden, waren die Fußballer vornweg. Es sei nur an die Weihnachtsfeier beim Schenkwirt Fritz Hanisch erinnert mit seine beliebten Erbsensuppe. Mit bunten Veranstaltungen moderiert durch Quizmaster Günther Helbig, zogen die Wechmarer Sportler bis nach Dietzhausen bei Suhl. Diese Kulturgruppe „Die goldene Zwölf“ finanzierte mit ihren Auftritten zum großen Teil die Sportgemeinschaft.
Die Jahre 1989 und 1990 veränderten nicht nur das Leben in unserem Land, das Leben jedes Einzelnen. Sie brachten auch eine Wende in der Entwicklung des Wechmarer Fußballsports.
Am 06. August 1990 beschloss die Mitgliederversammlung der Sektion Fußball der BSG Traktor Wechmar ihren Austritt.
Der FSV Eintracht Wechmar wurde gegründet. Erster Vorsitzender wurde Uwe Peters.
Begonnen wurde mit 86 Mitgliedern und fünf Mannschaften.


